Willkommen bei unserem großen Auf- bzw Ausbruch!

Posted by erry99 on 11 September, 2008 09:35

Jetzt sind es nur noch 14 Tage bis wir endlich ausbrechen können aus dem Alltag, dem Gewöhnlichen und auf die Suche gehen können nach dem Sinn des Lebens oder zumindest nach dem nächsten Hostel..irgendwo da draussen.

Wir freuen uns, dass ihr uns auf diesem Weg dabei begleitet und erwarten reichlich herzlich-neidvolle Post von euch!;)

Andrea & Hanne

Nie Hao aus Peking (25.-29.09.2008)

Posted by erry99 on 29 September, 2008 16:28

Hallo ihr lieben Zuhausgebliebenen,

unseren Flug nach Peking haben wir unbeschadet ueberstanden! Einziger Zwischenfall an Bord war, dass die Stewardesen eine Passagierin mit dem Defibrilator wiederbeleben wollten..zum Glueck ist Andrea Krankenschwester und ist gleich zu Hilfe geeilt. Es stellte sich allerdings heraus, dass die gute Frau (Hollaenderin) Schlaftabletten mit Alkohol heruntergespuelt hatte und deshalb ohnmaechtig wurde. Der an Bord befindliche Arzt gab Entwarnung und eilte wieder in die erste Klasse zu seinem anderen Patienten;)

In Peking gelandet haben wir beim Anblick des enormen Flughafens erstmal grosse Augen bekommen..und schwere Fuesse, denn der Marsch vom Gate zur Gepaeckabgabe war ebenso enorm. Wie sich inzwischen heraus gestellt hat, gelten diese Dimensionen fuer ganz Peking. Zum Glueck sind wir in der perfekten Ecke gelandet, im Hostel Qianmen, direkt beim Platz Tianmen, gefolgt vom Platz des himmlischen Friedens und dem Kaiserpalast. Nicht zu unterschaetzen sind auch hier wieder die Dimensionen, denn der Tianmenplatz ist der groesste Platz der Welt.



Impressionen vom Kaiserpalast

China ist wirklich eine ganz andere Welt, die Gerueche und Gerausche..in Peking leider auch der Smok, der sich auf alles legt, vor allem auf die Lunge. Verblueffend wenig Chinesen tragen aber eine Atemmaske, um dies zu verhindern.

Was hier die Sonne verdunkelt ist nicht etwa Nebel, sondern der Smokueber Peking...
Was hier die Sonne verdunkelt ist nicht etwa Nebel,sondern der Smok ueber Peking!

Aber ein lustiges Voelkchen sind sie schon die Chinesen, vor allem dann wenn sie uns immer und immer wieder fragen, ob sie sich mit uns fotografieren lassen duerfen. Wir machen natuerlich brav den Fotoaffen fuer sie. Wenn man sie aber fragt, ob sie ein Foto von Andrea und mir schiessen koennen, verstehen sie uns immer falsch und denken wir wollen mit ihnen zusammen aufs Bild. Somit sind wir immer froh auf Europaer zu treffen, die wissen worauf es uns ankommt. Einem Chinesen klar zu machen, dass er nicht mit aufs Bild soll ist keine gute Idee, da wir sonst unser Gesicht verlieren wuerden..was uns schaetzungsweise ohnehin 20 mal am Tag passiert. Die Umgangsformen sind hier eben doch etwas anders, als in Deutschland.

Obwohl die Chinesen ziemlich aufdringlich sind, auch was das Geschaefte machen angeht..man wird quasi von der anderen Strassenseite her gedraengt, doch etwas in ihrem Laden zu kaufen, sind sie doch ein nettes Volk, welches sich trotz der Sprachbarrieren bemueht uns weiter zu helfen. Wie zum Beispiel heute, als wir auf dem Weg zur grossen Mauer waren und keine Ahnung hatten wo unser Bus abfaehrt. Zum Glueck fiel unser Blick auf ein Restaurant mit dem bedeutungsschwangeren Namen "Golden Hans"!:) Da spricht man bestimmt auch deutsch, dachten wir uns..Fehlanzeige! Nicht mal englisch konnten die Dirndltraeger! Aber mit Haenden und Fuessen haben wir doch die benoetigten Infos bekommen und habens tatsaechlich auf die Mauer geschafft. Es war wirklich beeindruckend, auf dieses Bauwerk zu steigen, an dem 10 Jahre gearbeitet wurde und welches 5000km misst.


Ein kleiner Ausschnitt der grossen Mauer.

Soviel zu unserer ersten Etappe. Morgen gehts via Zug weiter nach Datong zu den haengenden Kloestern. Fuer die Organisation des Zugtickets haben wir auch lediglich 2 Tage gebraucht. Kilometerlange Maersche,Taxi- und Subwayfahrten habe uns dann doch endlich ans Ziel gefuehrt und wir konnten einen wunderbaren Platz im Hardsleeper (Holzpritsche im 6er Abteil) und einen noch herrlicheren Stehplatz fuer die 7 Std. Fahrt (sind ja auch ganze 350 km von Peking nach Datong) ergattern. Jackpot wuerden wir sagen!!;)

Wir erwarten in erwuerdiger Spannung die morgige Zugfahrt, sowie den Aufenthalt in der tiefsten Provinz Shanxi. Natuerlich halten wir euch auf dem Laufenden. Zai Jieng!

 

Weiterfahrt nach Datong (30.09.2008)

Posted by erry99 on 11 Oktober, 2008 16:59

Unsere Zugfahrt beginnt mit der Feststellung, dass unsere Plaetze nicht im selben Abteil sind. Egal, denken wir und quetschen uns zusammen auf den Hardsleeper. So weit so gut, bis die Oberaufseherin des Zuges ploetzlich in der Tuer steht und uns mit vielen Gesten mitteilt, dass das so nicht geht. Nach laengerer Diskussion organisiert sie uns schliesslich im Nebenabteil ein zweiten Hardsleeper. Eigentlich hiess es ja bei unserer Buchung, wir haetten die letzten verfuegbaren Plaetze bekommen. Aber wir haben uns inzwischen abgewoehnt Dinge zu hinterfragen.

Waehrend der Zugfahrt machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Mop. Der Mop ist in China ueberall und immerzu im Einsatz. In diesem Fall kommt die Oberaufseherin bei jedem Stopp mit einem in schwarze Bruehe getunkten Mop vorbei um unser Abteil damit zu fluten.

Im Dunkeln in Datong angekommen werden wir direkt von einer kleinen Chinesin abgefangen und sie bietet an, fuer uns ein Hotelzimmer zu besorgen. Da unsere vorherige Suche im Internet erfolglos war, nehmen wir ihre Hilfe gerne an. Wir laufen ihr, mindestens hundert chinesische Augenpaare auf uns gerichtet, in eine dunkle Gasse hinterher. Am Hotel angekommen moechten wir erstmal das Zimmer sehen und auf einmal haben sie keins mehr frei. Na gut, dann eben zum naechsten Hotel. In entgegengesetzter Richtung geht es wieder quer ueber den Bahnhofsplatz, abermals verfolgt von neugierigen Blicken. Das selbe Spiel wiederholt sich und die Chinesin setzt zum naechsten Versuch an. An diesem Punkt beschliessen wir die Hotelsuche wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wir stapfen in das naechst Beste Hotel am Bahnhof.

Zur Begruessung werden wir erstmal eine halbe Stunde ignoriert, waehrend sich wie gewohnt 10 Chinesen vordraengeln. Irgendwann bekommen wir doch ein Zimmer im 6. Stock. Beim Betreten des Aufzugs wandert unser Blick nach unten auf einen voellig versifften Teppich mit der Aufschrift: Welcome. Wednesday. Ob die den wohl jeden Tag wechseln? Oben angekommen treffen wir auf die "Schluesselwaerterin". Dabei handelt es sich um eine kleine, grimmig dreinschauende Chinesin, die einem erst nach Vorlage der Zimmerkarte mit ihrem riesigen Schluesselbund Zutritt gewaehrt. Die Knastatmosphaere wird nur noch von der Sperrzeit um 23:00 Uhr uebertroffen!

Die haengenden Kloester (01.10.2008)

Posted by erry99 on 16 Oktober, 2008 11:06

Am naechsten morgen versuchen wir Zugtickets fuer die Weiterfahrt nach Xi'an in ein paar Tagen zu ergattern. Doch am Schalter heisst es wie schon so oft: "Sorry, no tickets". Grund dafuer ist der Nationalfeiertag, der hier, wie wir in Peking von einem deutschsprachigen Chinesen erfahren haben, 5 Tage lang celebriert wird. Es scheint, als gaebe es erstmal kein Entfliehen von hier. Wir verdraengen den Gedanken und machen uns auf den Weg zum haengenden Kloster.

Dort angekommen, reihen wir uns in die uebliche Warteschlange ein und betreten nach ca. 1 1/2  Std. endlich das Kloster. Es wurde im 6. Jahrhundert entlang einer Steilwand erbaut. Die Gebäude ruhen dabei auf Holzträgern, die aus dem Felsen herausragen. Der Fels dient als hintere Wand der Hallen und wurde ausgehöhlt. Als der Vorschlag zum Bau des Klosters gemacht wurde, soll angeblich kaum jemand seine Verwirklichung für möglich gehalten haben. Ein Baumeister namens Zhang willigte schließlich ein, die Aufgabe zu übernehmen. Zunächst wurden die einzelnen Teile am Fuß des Felsen vorgefertigt, dann transportierte man sie auf den Gipfel und ließ sie von da herunter. Die Bauarbeiter hingen an Seilen, mit je einer Schleife um die Hüfte und um die Füße. Sehr beeindruckend!

Muede von den ganzen Eindruecken sind wir froh, schnell ein Taxi zu finden, das uns zum 5 Min. entfernten Busbahnhof faehrt. Der Taxifahrer will dafuer 5 Yuan haben, glauben wir zumindest. Wir steigen ein u. fahren eine Runde auf dem Parkplatz. Dann parkt der Taxifahrer sein Auto und verfrachtet uns in einen Kleinbus. Nun haben wir also zwei Begleiter und kurz darauf wird die Runde noch von einem Militaerpolizisten ergaenzt. Am Busbahnhof angekommen wollen wir dem Taxifahrer 10 Yuan in die Hand druecken, doch dieser schaut uns nur irritiert an und gibt uns zu verstehen, dass er 50 Yuan haben will. Da gab es wohl im Vorfeld ein grossen Missverstaendnis zwischen uns! Aber da wir inzwischen wissen, was man fuer eine 5 minuetige Taxifahrt zahlt, weigern wir uns mehr zu geben. Es entbrennt eine hitzige Diskussion. Zuerst will der Taxifahrer uns garnicht aus dem Auto lassen, doch dann schreitet der andere Fahrer ein. Draussen geht die Diskussion weiter. Der Taxifahrer bearbeitet abwechselnd Hanne und mich mit lautstarkem Gebruell. Es bildet sich schnell eine Menschentraube von Chinesen um uns, die das Schauspiel sehr amuesant finden und noch Ratschlaege parat haben, wie wir den Taxifahrer besaenftigen koennen. Aber jetzt sehen wir erst recht nicht ein mehr als verabredet zu zahlen! Auch der Polizist, der vom Taxifahrer mit ins Geschehen gezogen wird sieht das wohl so. Zeit fuer uns zu gehen. Unter lauter Beschimpfung fliehen wir in den Bus zurueck nach Datong.

Um uns von der ganzen Aktion zu erholen, wollen wir erstmal in einem guten Restaurant essen gehen. Eigentlich kein Porblem, aber als wir die Karte lesen verstehen wir nur chinesisch. Zum Glueck hat Hanne ihr Point-it Heft dabei, in dem man, wie der Name schon sagt, auf Bilder zeigen kann. Eine, sowohl fuer die Bedienung, als auch fuer uns, sehr amuesante Bestellung folgt. Kurze Zeit spaeter wird alle paar Minuten eine Koestlichkeit nach der anderen aufgetragen. Das ganze scheint kein Ende zu nehmen und wir sehen unser Monatsbudget schwinden. Zum Schluss bekommen wir eine Pellkartoffel serviert (sieht nicht so aus, als waere sie vorher gewaschen worden), aber wie um alles in der Welt isst man eine Pellkartoffel mit Staebchen ? Zum Glueck findet im Nachbarraum gerade eine Familienfeier statt und die Kinder erproben abwechselnd ihre Englischkenntnisse an uns. Wir schnappen uns einen ca. 8jaehrigen Jungen und konfrontieren ihn mit unserem Pellkartoffelproblem. Er rennt ins Nebenzimmer und kommt kurz darauf mit ebenso einer Kartoffel in der Hand zurueck, damit demonstriert er uns dann wie's funktioniert. Schlaues Kerlchen! Nachdem wir uns, unter staendiger Beobachtung der Kellnerin, den Magen vollgeschlagen haben, kommt die Rechnung und mit ihr die riesen Erleichterung. Das Essen kostet nur 59 Yuan (= 5,90 Euro). Unschlagbares Preis-Leistungs Verhaeltnis wuerden wir sagen!

Im Hotel angekommen, oeffnet sich der Fahrstuhl und zu unseren Fuessen lesen wir: "Welcome. Thursday." Die sind doch alle verrueckt die Chinesen!

Die Yunganggrotten (02.10.2008)

Posted by erry99 on 16 Oktober, 2008 11:22


Mein (Hanne) Geburstag beginnt damit, dass wir am Bahnhof den CTSI-Mann (CTSI bietet Touristen-Fahrten an) suchen, damit er uns hilft, aus Datong raus zu kommen. Er findet uns.
Zugtickets gibt es keine mehr, aber einen Schlafbus fuer 280 Yuan..hoert sich doch gut an und die Busse neben dem CTSI-Gebaeude sehen auch nicht schlecht aus.
Bis zur Abfahrt am Nachmittag sehen wir uns die Yunganggrotten an. Ein etwa 1 km langes Areal mit ueber 200 Nischen, in denen sich viele kleine und grosse in den Sandstein gehauene Buddah-Figuren befinden. Ein Augenschmaus!

Hier zu bewunder sind diverse Buddahs!;)

Auf einem der dort befindlichen Maerkte kauft mir Andrea ein wunderschoenes silbernes Armband mit einem eingravierten Drachen zum Geburtstag.

Zurueck im Hotel gewaehrt uns die Schluesselfrau ein letztes Mal Eintritt, um unser Gepaeck zu holen. Wir eilen ueber den Bahnhof zum CTSI-Mann, dort angekommen schickt er uns wieder, quer ueber den Bahnhof zurueck zu unserem Hotel, daneben stehe der Schlafbus..okay, also doch ein anderer, als wir gesehen hatten. Als wir ihn betreten, der Schock, es befinden sich auf engstem Raum Stockbetten fuer mindestens 30 Chinesen, entsprechend sind auch die Masse, so um die 50x80 cm. Oh Gott und wir liegen auch noch oben. Raufgekraxelt entdecken wir wenigstens, dass es eine Ausbuchtung fuer die Fuesse gibt, also sind die Betten doch etwas laenger, als gedacht.
Die Decken stinken allerdings nach Kaesefuessen, wie der ganze Bus, obwohl wir alle unsere Schuhe am Eingang ausziehen mussten, um diese fein saueberlich in orangene Tuetchen zu verpacken.
Die Fahrt beginnt und wir erleben einen atemberaubenden Sonnenuntergang, der einiges wett macht.

Lasst euch nicht taeuschen..der Bus sieht groesser aus,als er ist!

Jetzt wuerden wir gerne eine Muetze Schlaf nehmen, was jedoch in Mitten von Chinesen fast unmoeglich ist, denn Chinesen sind immer laut. Ein paar Jugendlich kreischen sich ununterbrochen ueber 4 Betten hinweg irgendwas zu und im Bordfernseher laueft eine Art Musical-Karaoke-Gameshow-Mix in voller Lautstaerke. Irgendwann beruhigen sich dann doch die Gemueter und wir doesen vor uns hin.
Mitten in der Nacht, im Halbschlaf, bemerken wir, dass wir angehalten haben und so eine Art Grenzpatroullie durch den Bus marschiert und hektisch rumbruellt..mag an den 10 ueberschuessigen Chinesen liegen, die es sich zwischen den Betten auf dem Boden bequem gemacht haben.

Wir kommen eine Stunde frueher, als erwartet in Xian am Bahnhof an.

Die Terracotta Armee (04.10.2008)

Posted by erry99 on 16 Oktober, 2008 12:38

Heute werden wir endlich die Terracotta Armee sehen, die chinesische Sehenswuerdigkeit, neben der grossen Mauer, schlechthin. Die Armee wurde zum Schutz des Grabes des ersten Kaisers von China erbaut. Man mutmasst, dass etwa 700.000 Arbeiter an dem Bau der ueber 1200 Figuren beteiligt waren.

Wie schon so oft nehmen wir dazu den Bus, um damit zur Busstation zu fahren, um von da aus den Bus ans entsprechende Ziel zu nehmen. Hinter einem der Bussitze entdecken wir einen alten Bekannten: den Mop, unschuldig an einen Eimer Dreckwasser gelehnt. Wir hoffen instaendig, dass wir waehrend der Fahrt kein unfreiwilliges Fussbad bekommen..

Wie Ueblich wissen wir nicht genau, wo wir aussteigen muessen, doch gluecklicherweise sitzen uns gegenueber 2 junge Chinesinnen, die uns Bescheid geben, als es soweit ist. Aja, hier sind wir richtig.

 

Zahlen 40 Yuan und betreten einen herrlichen verschlungenen Garten mit steinernen Maeuerchen und Treppen. In der Mitte fuehrt eine sehr lange Steintreppe praktisch in den Himmel: da oben muss es sein! Also rauf auf den Berg, gefuehlte eine Milliarde Stufen spaeter sind wir endlich am Ziel und finden: Nichts. Nichts ausser einem Eisstand..aeh, was?! Und wo bitte sind jetzt die Katakomben mit der Armee?? Der Groschen faellt mit etwa 90 Dezibel..Katakomben - Berggipfel, dass passt nicht ganz zusammen.

Mit Panoramafotos von diesem Aussichtspunkt aus wird es auch nichts, da alles um den Eisstand herum wieder mal in Nebel/Smog gehuellt ist. Okay, also wieder runter, Garten absuchen, nichts. An einem Kiosk schliesslich entdecken wir eine Karte und es faellt Groschen Nummer 2: Wir sind hier falsch. Wir verlassen den Garten und erstehen am Eingang jeder noch 3 kleine Tonkrieger (hart verhandelt!) fuer 26 Yuan. Mit dem naechsten Bus gelangen wir endlich an das richtige Ziel..bloed nur, dass wir jetzt die Kiste mit den 6 Tonkriegern schleppen muessen. Bloed auch, dass sie keiner fuer uns aufbewahren will, nicht mal der luggage storage am Eingang. Die Erklaerung, die wir von der Waerterin bekommen ist aber auch einleuchtend: Nur Gepaeck, keine Souvenirs! Aha, okay, dann eben die Souvenirs ins Gepaeck, denken wir uns und packen draussen die Krieger in Andreas Tasche. Ich versuche mein Glueck nochmal, doch keine Chance, da hier ja alles erstmal durch den Sicherheitsroentgencheck muss..die Waerterin sieht mich nur mit einer hochgezogenen Augenbraue an und ich trolle mich.

So betreten wir endlich die riesige Anlage, die Krieger im Schlepptau, und suchen uns die groesste der 4 Hallen aus. Hier muss sie sein, die beruehmte Terracotta Armee! Leider stossen wir nur auf ein Museum..menno, die naechste Halle sieht doch gut aus und beinhaltet..wieder nur ein Museum. Wir betreten die dritte Halle und koennen von oben schon die toenerne Erde sehen, atmen bereits den Duft vergangener Tage..doch weit und breit keine Armee! Das gibts ja wohl nicht! Wir brauchen erstmal eine Pause und genehmigen uns einen Kaffee, der hier etwa den Warenwert eines kleinen Goldarmbandes besitzt. Ist jetzt auch schon wurscht, nachdem wir schon 2 mal Eintritt bezahlt haben.
In der letzten Halle finden wir endlich, nach langer beschwerlicher Suche, die Terracotta Armee. Leider ist sie nicht so beeindruckend, wie wir gedacht haben, man kann sie auch nur aus etwa 2 Meter Distanz betrachten, aber sie ist auf jeden Fall sehenswert.

Abends gehen wir noch ins Defang, wo es besonders leckere Wan Tans (gefuellte Teigtaeschchen) geben soll. Das billigste Gericht ist leider gerade aus..komisch, dass ist uns jetzt schon des oefteren mal passiert. Das Restaurant bietet einen fabuloesen Ausblick auf den Glockenturm und hinter unserem Tisch ziehen 2 Schildkroeten in einem Aquarium ihre Bahnen. Nett hier!

Die ersten Wan Tans kommen..hmm leecker. Dazu gibts Zuckererbsen und merkwuerdig geformtes Fleisch..unser Blick faellt wieder auf das Aquarium..leer?! Nein, da schwimmen sie! Gott sei Dank! Wir fragen sicherheitshalber nach: Duck. Okay, schmeckt aber eher wie Schildkroete, oder wie kaltes Gummi. Wir halten uns lieber an die Wan Tans, die weiter angekarrt werden..gar koestlich!

Die grosse Moschee (05.10.2008)

Posted by erry99 on 16 Oktober, 2008 12:56

Heute schlafen wir zum erstem Mal aus und begeben uns, mit einem Zwischenstopp in einer Baeckerei..ja eine echte Baeckerei, mit richtig leckeren Teilchen, Richtung grosser Moschee. In Xian wohnen ueberraschender Weise etwa 6000 Moslems, die die in ihrer Architektur vollkommen im chinesischen Stil erbaute Moschee besuchen. Sie ist eine der größten Moscheen Chinas, allerdings ist nur deren Vorhof für die Öffentlichkeit zugänglich, die Gebetsräume sind Muslimen vorbehalten.

Auf dem Weg dahin winden wir uns durch die vielen kleinen Gassen, die mit Maerkten und Menschen vollgepfropft sind. Hier ist es wesentlich touristischer, als in Peking und von allen Staenden hallt es: Hello! Cheaper, cheaper for you! Good price-a! Antique-a! Very good! Have a look-a! Jade-a, Jade-a!!(Dachten immer, nur Italiener und Michael Jackson wuerden an jedes Wort ein A haengen..)

Die Chinesen sind sehr aufmerksam, denn sobald wir an einem der Staende verweilen, um einen Blick auf die angebotene Ware zu werfen, erscheint binnen millisekunden ein Verkaeufer, um einem ein "have a look-a" entgegen zu bruellen und einem saemtliche Waren nacheinander unter die Nase zu halten. Wir haben inzwischen aufgegeben ihnen mit einem "but we have a look, don't you see??" zu antworten.

Wir erstehen ein paar Tischlaufer, alte chinesische Werbeplakate und Bilder mit chinesischen Schriftzeichen, die ein gelernter Kalligraph stolz fuer uns anfertigt. Irgendwann erreichen wir auch das Tor, welches zur Moschee fuehrt. Vor uns tut sich ein paradisischer Garten, mit Palmen, Pagoden und Steinzaeunen auf. Zum ersten Mal nehmen wir sogar das Vogelgezwitscher bewusst wahr. Wie auch schon auf dem Markt, bemerkt man auch hier die muslimischen Einfluesse..wir sind begeistert. Waehrend wir jedes Detail mit unseren Fotoapparaten festhalten, ertoent aus einem Lautsprecher ploetzlich ein Sprechchor und aus allen Ecken stroemen Moslems in die Moschee. Bevor sie sie betreten, ziehen sie ihre Schuhe aus..da sind doch tatsaechlich auch ein paar nagelneue weiss strahlende Nike Turnschuhe dabei!


Die muessen sich bestimmt komisch vorkommen, dass wir sie beim Beten fotografieren, wie Tiere im Zoo. Wir kommen uns ohnehin schon wie Paparazzi vor, da wir staendig auf der Jagd nach unseren Lieblingsmotiven, alten ledercouch-gesichtigen Chinesen-Greisen und dicken, wonnigen Buddah-Babys sind. Manche von ihnen freuen sich ueber die Aufmerksamkeit, andere drehen uns demonstrativ den Ruecken zu, sobald sie uns entdecken. Ist uns egal..wir werden auch ununterbrochen, wie eine seltene Vogelart abgelichtet!

Fahrradtour auf der Stadtmauer von Xian (06.10.2008)

Posted by erry99 on 16 Oktober, 2008 13:12

Der Tag beginnt mit der Suche nach einem Internetcafe, damit wir endlich mal wieder unser Tagebuch auf den neusten Stand bringen koennen. Im Hostel ist das unmoeglich, da alle Computer irgendwelche Macken aufweisen. Also fragen wir an der Rezeption nach und lassen uns den Weg beschreiben, aber wie so oft fuehrt dieser ins Nichts! Wir laufen die Strassen auf und ab und stehen ploetzlich in einem kleinen Raum mit einer Rezeption und einem nicht gerade vertrauenswuerdig aussehendem Computer in der Ecke. Ist das das Internetcafe von dem die Chinesin an der Rezeption gesprochen hat? Hier ist alles moeglich denken wir uns und fragen den kein bisschen englisch sprechenden Chinesen, ob wir seinen Computer nutzen duerfen. Wir nehmen Platz und bekommen sogar noch Kaffee serviert. Nachdem wir mit Hilfe einer Taschenlampe, die der Chinese anschleppt, herausgefunden haben, wo sich der USB-Anschluss befindet, sind wir guter Hoffnung endlich unser Tagebuch bearbeiten zu koennen, doch ploetzlich reagiert die Tastatur nicht mehr. Also krabbeln Hanne, der Chinese und ich abewechselnd unter den Tisch, um nachzuschauen, ob sich evtl. ein Kabel geloest hat. Genauso ist es, aber diese Entdeckung bringt uns wenig, denn es ist unmoeglich das Kabel wieder einzustecken, da der Anschluss total ausgefranzt ist. Der Chinese zuckt laechelnd mit den Schultern und wir verlassen das "Internetcafe".

Wir machen uns auf den Weg zur Stadtmauer. Sie wurde zwischen 1374 und 1378 erbaut und ist die größte weitgehend erhaltene Stadtmauer in China. Dort oben haengen ueberall Lampions und man hat einen schoenen Ausblick ueber die Stadt. Um die 13,6 km lange Mauer wenigstens ansatzweise zu erkunden, mieten wir uns ein Fahrrad, das seine besten Tage bereits weit hinter sich gelassen hat. Obwohl wir mehr ueber die Mauer holpern als zu fahren, macht diese Art der Fortbewegung einen riesen Spass! Ausserdem geht auf dem Rueckweg die Sonne unter, und es bieten sich hunderte von schoenen Fotomotiven fuer uns. Da kommt richtiges Chinafeeling auf!

Andrea hat keinen Peace-Tick..sondern die Chinesen.Die machen kein Foto ohne das Zeichen!:)

Am Abend suchen wir nach einem Restaurant und landen in einer Shoppingmall im 8. Stock. Eine junge Chinesin, die Aussieht als haette sie irgendwelche fiesen Drogen eingenommen, haelt uns die Karte unter die Nase, auf der wiedermal alles nur in chinesisch geschrieben steht. In gebrochenem Englisch wiederholt sie staendig das Wort "Hot Pot" und wir gehen davon aus, das es sich dabei um ein Gericht handelt. Wir fragen nach dem Preis und die Anwortet lautet:"Nothing". Wie "nothing"? Warum soll das Gericht nichts kosten und was ist in dem Hotpot? Nach laengerem Hin und Her kapieren wir dann endlich, dass es sich bei dem Hotpot jediglich um eine Fluessigkeit handelt, in der wir dann einzelne Zutaten garen muessen. Die schon am Rande der Verzweiflung stehende Chinesin beginnt also alle Zutaten einzeln aufzuzaehlen und moechte nach jeder Nennung "Yes" oder "No" hoeren. Da wir uns wie immer nicht gleich entscheiden koennen wird die Kellnerin immer zappeliger und wir belassen es schlieslich bei ein paar Bestellungen. Als das Essen kommt trauen wir unseren Augen nicht, fast alle Zutaten sind gefroren! Nicht gerade das frische Essen auf das wir uns gefreut hatten. Als wir unsere geliebten Wantans in den Hotpot werfen werden sie schweinchenrosa und damit hat sich das Thema dann auch erledigt. Wir essen noch schnell ein paar Popcorn, die eigentlich als Vorspeise gedacht waren und verlassen dann fluchtartig das Restaurant. Dabei bekommen wir noch mit wie das Licht ausgeschaltet wird, obwohl am Nachbartisch noch Gaeste sassen!          

Internetjagd (07.10.2008)

Posted by erry99 on 18 Oktober, 2008 07:47

Es regnet. Zum ersten Mal, seit wir hier sind und auch noch in Stroemen. Deshalb beschliessen wir zur Abwechslung, mal wieder, ein funktionierendes Internet aufzutreiben. Wir hatten mal irgendwo gelesen, dass die Moeglichkeit besteht, die Computer an Universitaeten zu benutzen. Vor der naechstbesten Uni angekommen, betreten wir eine riesige Treppe, die zu einem 12-stoeckigen Gebaeude fuehrt. Wir versuchen unser Glueck in der Mitte und fahren in den 6. Stock, wo 2 Chinesen Ping Pong spielen. Obwohl sich diese Uni North West University nennt, sprechen die beiden wie ueblich kaum Englisch. Wohin sollen wir gehen.. Library.. Laboratory? Wir verstehen ihr gebrochenes chinesenenglisch nicht, bedanken uns und fahren wieder nach unten, um den naechst besten Chinesen abzufangen. Dieser schickt uns in ein Nebengebaeude, wo wir einen Chinesen am Computer finden, der gerade von seiner Freundin abgeholt wird. Internet? DVD-burning? Oh yes yes, sit here! Glueckstreffer! Leider funktioniert unser Online-Tagebuch, wie sollte es anders sein nicht. Das Paerchen erklaert uns, dass es nicht ueberall internationale Verbindungen gibt, vor allem nicht an Hostels und an Unis, weil diese so teuer sind. Na super! Langsam daemmert uns auch, dass wir mal gelesen hatten, dass hier sehr viele Seite zensiert werden, um die chinesische Bevoelkerung davon abzuhalten, sich eine eigene Meinung zu bilden, die von dem kommunistischen Regimedenken abweicht.

Die beiden nehmen uns mit in den 9. Stock, dort gibt es ein Buero mit internationalem Zugang. Sie erklaeren uns, dass sie hier eine Art Tutoren sind. Um brennen zu koennen holt uns Sunwei (der Junge..sie hatte einen unaussprechlichen Namen) extra einen externen Brenner und stellt uns auch noch Gruentee hin. Sehr aufmerksam! Wir haben ein schlechtes Gewissen, dass wir ihre Zeit in Anspruch nehmen und konzentrieren uns auf das Wesentliche, also wieder mal kein Tagebuch-Eintrag. Waehrend die DVDs vor sich hin brennen, unterhalten wir uns mit den beiden ueber Gott und die Welt, z.B., dass der Drache hier ein Gluecksymbol ist und der Kaiser frueher gleichzeitig der Drache war, so glaubte man. Ausserdem erfahre ich (Hanne), dass ich im chinesischen Horoskop Affe bin, Andrea ist Hahn, Sunwei ist Schaf und das Maedel ist Schwein. Die ganze Zeit dachten wir, dass das Schwein hier auch ein Gluecksymbol waere. Die beiden sehen uns verwirrt an..nein, also nicht. Genauso wenig wie Katze. Wie kommen wir nur darauf? Vielleicht, weil man diese Tiere hier an jeder Ecke, als Souvenir kaufen kann.

Wir lernen auch noch ein neues Wort, Prost heisst im chinesischen: Gambei. Sunwei kann kein R aussprechen und sagt die ganze Zeit Post. Vielleicht ist "Zum Wohl" leichter..doch Sunwei bringt nur ein gequaeltes Zua Wuo zustande..okay dann eben nicht. Was heisst: "Was kostet das?" wollen wir wissen. Duo schau tschiaen!..bitte was? Wir stellen uns nicht viel besser an, bei der Aussprache..diese Laute sind einfach zu unterschiedlich.

Wir fuehren unser Gespraech in einer kleinen Garkueche, nahe der Uni fort. Dort bekommen wir eine riesige Portion Wan Tans vorgesetzt und eine Erklaerung dazu, was es fuer eine Bedeutung hat, wie man die Staebchen haelt. Weit oben heisst, man habe einen starken Freiheitsdrang, weit unten ist man eher auf sein Heim und Familie fixiert, sprich Mamasoehnchen.. Zweiteres trifft auf uns zu, denn wir koennen unsere Staebchen lediglich dadurch unter Kontrolle halten, indem wir sie so weit unten, wie moeglich greifen. Da muessen wir wohl noch etwas ueben!

Wir, Sunwei und seine Freundin. (Die Person rechts im Vordergrund ist uns unbekannt!;))

Wir machen noch ein Foto zusammen, dass wir ihnen bei Gelegnheit mailen wollen und dann kommt die Rechnung: 32 Yuan fuer alle zusammen, spottbillig! Sunwei will uns einladen, aber wir weigern uns. Wir moechten sie einladen, nach der ganzen Hilfe. Im Laden haette uns dass brennen der 4 DVDs schliesslich 20 Euro gkostet! Nein, dass will er nicht und so einigen wir uns auf halbe-halbe. Bestimmt haben wir ihn damit beschaemt und mal wieder unser Gesicht verloren. Diese Europaeer!
Die 2 begleiten uns noch zum Bus und bieten uns ihre Hilfe an, wenn wir sie je benoetigen sollten. So eine Gastfreundschaft ist uns voellig fremd und geruehrt fahren wir zurueck ins Hostel.

Abends gehen wir in eine chinesische Tanzshow, welche wir vom Hostel aus gebucht hatten. Zwei Chinesen fahren uns im Minibus hin und warten ein einhalb Stunden draussen auf uns, bis die Show zu Ende ist. Als wir den Saal betreten, sitzt am Tisch neben uns schon ein Trupp Amis, direkt neben uns ein geschwaetziges aelteres Paar aus New York. Wir bekommen super Tipps fuer unsere Aufenthalt in den USA, z.B. dass wir von Manhattan aus eine kostenlose Faehre nach Staten Island nehemen koennen, cool! Und dass wir uns bei den Niagara Faellen ins Mariott Hotel mit schoenem Panoramablick auf die Wasserfaelle einmieten sollen..na klar, wir haben ja zum Glueck unseren Goldesel dabei!

Unsere lustige Unterhaltung setzt sich fort, sie wollen wissen, ob wir auch nach Tibet fahren. Nein, leider nicht antworten wir, da 8 Monate einfach zu kurz sind, um alles zu sehen. Darueber amuesieren sich unsere amerikanischen Freunde ganz koeniglich..offenbar kommen sie mit ihren 3 Wochen China bestens aus.

Die Show beginnt, wir bewundern die farbenfrohen Kleider und geschmeidigen Bewegungen. Ich freue mich, dass ich mit meiner Digitalen Spiegelreflex alles so gut einfangen kann, der Ami neben mir macht mit seiner winzigen hochmodernen Digicam grauenvolle Fotos in der Volltotale. Nein, nein..ich schleppe zwar schwer an meinem Geraet, aber es lohnt sich doch immer wieder!

Anschliessend gehen wir in unser Stammcafe: King Coffee, in der Art gibt es hier viele..sehen alle aus wie Starbucks, heissen aber anders. Die Chinesen muessen einfach alles faelschen! Aber leckere Sachen gibts hier, z.B. den "German Forest Cake"..sollte es nicht eigentlich "Black Forests Cherry Cake" heissen?;)

Stelenwald (08.10.2008)

Posted by erry99 on 18 Oktober, 2008 07:54

Heute steht ein Besuch im Stelenwald an. Dabei handelt es sich um Steine, in die klassische chinesische Werke eingraviert wurden. Zuerst finden wir das ganze etwas unspektakulaer, aber dann entdecken wir einen Raum, in dem die Herstellung von Abdruecken der Stelenwerke demonstriert wird. Diese Abdruecke sind uns schon oft begegnet, aber wir wussten bisher nichts damit anzufangen. Um einen solchen Abdruck herzustellen wird ganz duennes Papier auf den Stein angebracht, mit einer Buerste sorgfaelltig festgeklopft, anschliesend mit schwarzer Farbe betupft und dann abgeloest. Natuerlich wuerden wir gerne einen Abrdruck mit nach Hause nehmen, aber der Spass soll uns 60 Yuan, also 6 Euro kosten. Fuer die hiesigen Verhaeltnisse viel Geld. Wir versuchen unser Glueck ausserhalb des Stelenwaldes und handeln 2 Bilder auf 25 Yuan runter, geht doch!


Am Abend gehen wir bereits das zweite Mal beim Chinesen um die Ecke essen. Das laetzte Mal wurden wir von einem gut gekleideten Kellner bedient, der englisch sprechen konnte. Dieses Mal, muss ein ganz junger Chinese, dem seine Arbeitskleidung offensichtlich viel zu gross ist, in den sauren Apfel beissen. Immer wenn wir ein Lokal betreten, wird irgend jemand bestimmt, der uns bedienen muss, ob er will oder nicht. Dieses mal hat es also den Chinesen getroffen und er kommmt dabei ganz schoen ins schwitzen. Als er merkt, dass seine Bemuehungen, sich mit uns zu verstaendigen, nicht fruchten, schleppt er aus einem Hinterzimmer ein kleines Notizbuch an, indem einige Zutaten auf englisch aufgelistet sind. Irgendwie schaffen wir es dann doch zu bestellen und freuen uns auf ein gemuetliches Hotpot Essen. Inzwischen wissen wir ja wie alles funktioniert. Doch diese Rechnung haben wir ohne unseren netten Kellner und seine Kollegin gemacht. Wahrscheinlich um alles wieder gut zu machen, kommen die beiden abwechselnd alle paar Minuten an unseren Tisch, werfen Zutaten in den Topf, ruehren rum, angeln sie kurze Zeit spaeter wieder heraus und legen sie uns auf den Teller. Dabei wissen wir doch jetzt endlich, wie alles funktoniert! Wir legen den Schoepfloeffel auf die andere Seite des Pots, um den Kellnern zu verstehen zu geben, dass wir alleine kochen wollen, aber das nuetzt leider gar nichts! Na gut, dann eben nicht. Das Essen war trotz allem mal wieder sehr lecker und wir verlassen zufrieden das Lokal.  

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